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Moin! In diesem Lexikon für Hamburger Spezialwissen erkläre ich Euch wichtige Begriffe und Orte und erzähle lokale Anekdoten, mit denen Ihr beim nächsten Smalltalk ein wenig „klookschieten“ könnt. Mehr Hamburg: weiter zum Blog!

A WIE ALTER ELBTUNNEL
Hamburg Reiseführer zum DOwnload: Alter Elbtunnel, Frau Elbville
Foto: Susanne Krieg / Frau Elbville

Von früher Ingenieurskunst, Hummerkacheln und einem romantischen Liebesbeweis 

Der erste Unterwassertunnel des europäischen Kontinents eröffnet am 7. September 1911. Seitdem verbinden seine beiden 480 Meter lange Röhren St. Pauli und Steinwärder.  Sie gelten als eines der ältesten Beispiele deutscher Ingenieurskunst. Während des Baus erkrankten hunderte Arbeiter durch den Überdruck in der Tiefe an der damals noch unbekannten Taucherkrankheit. Drei starben sogar. Doch über diesen Tunnel gibt es auch eine schöne Liebesgeschichte zu erzählen… 

Otto und Elisabeth

 

Die Tunnelwänden zieren Keramikkacheln: Sie zeigen Aale, Hummer, Störe und anderes Getier, das einst im Elbstrom schwamm (und die nun restauriert worden sind). Über dem Eingang der Röhren hängt aber auch ein romantisches Relief: Es zeigt den Baudirektor Otto Stockhausen, wie er seiner Frau Elisabeth beim Tunneldurchbruch die Hand reicht.

Otto & Elisabeth: Erst Adelstitel, dann Hochzeitsreise

Für den erst 26-jährigen Stockhausen war das Tunnel-Projekt eine entbehrungsreiche Zeit: Er wohnte direkt neben der Baustelle, wo er seine Elisabeth, eine Pfarrerstochter aus Othmarschen, sicher vermisste. Erst als der Tunnel nach vier Jahren fertig war, konnten die beiden heiraten und in die Flitterwochen fahren. Stockhausen bekam aufgrund seiner Leistung einen Adelstitel verliehen und1912 mit Elisabeth einen Sohn. Doch kurze Zeit später starb er im 1. Weltkrieg. Die Kachel erinnert bis heute an diese Liebesgeschichte made in Hamburg.

 

Foto: CC BY-SA 3.0 Wikipedia / Edit: Susanne Krieg

 

Auch die riesigen Fahrstühle, die Stockhausen in den beiden Schächten des Tunnels installieren ließ, sind immer noch in Betrieb. Doch inzwischen transportieren sie statt Pferdefuhrwerke Autos. Sie wurden so bemessen, dass auch die Peitsche des Kutschers noch mit in den Fahrkorb passte. Während Fahrradfahrer heute in zwei kleine, moderne Lifte an den Seiten einsteigen, können Fußgänger auch zu Fuß die Treppen nach unten nehmen – ein echtes Erlebnis, das ich nur empfehlen kann. Nicht zuletzt, weil man auf der anderen Seite in Steinwärder einen tollen Blick auf die Stadt hat! 

 

Der Alte Elbtunnel während des Blue Port Festivals, das alle zwei Jahre veranstaltet wird, nächster Termin: September 2019. Foto: Susanne Krieg

 

hamburg-tourism.de

Adresse   Bei den St. Pauli-Landungsbrücken, 20457 Hamburg
Öffnungszeiten   24 Stunden
Telefon  040 – 428474802

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