Das Hamburger Franzbrötchen: Auch Am Nikolaifleet Lecker (Elbville Tipp!)

Das Franzbrötchen: Wie aus einem Unfall eine Hamburger Spezialität wurde

Wer meinem Instagram-Account folgt, wird es bemerkt haben: Ich liebe Franzbrötchen und inszeniere sie regelmäßig vor schöner Kulisse. Als echtes Fan-Girl verfasse ich manchmal auch kleine Liebesgedichte dazu. Doch woher stammt dieses Zuckerding eigentlich, wo findet man das beste und warum ist es ausgerechnet in Hamburg zur Spezialität geworden? Hier kommen ein paar Tipps und harte Fakten rund um den weichen Plunder mit der Überdosis Butter … 

FOTOS &TEXT: SUSANNE KRIEG

Erstens

Angeblich soll das Franzbrötchen zur Zeit Napoleons nach Hamburg gekommen sein. Die französischen Truppen sollen Weißbrot im Gepäck gehabt haben, das ein lokaler Bäcker mit viel Butter und mutmaßlich Zimt etwas sehr ausgiebig in einer Pfanne gebraten haben soll, weil er glaubte, so könne er Croissants herstellen. Die Franzosen sollen gelacht haben, fanden den Unfall dann aber doch ganz lecker und der Bäcker, so heißt es, ging damit in Serie. 

Das Hamburger Franzbrötchen vor der Elbphilharmonie an den Magellanterrassen

Zweitens

Die erste historisch verbürgte Quelle, in der das Gebäck tatsächlich Erwähnung findet, stammt vom April 1825. Ein Hamburger Bäcker namens Hieronymus Frisch pries darin sein Sortiment an, zu dem auch „rundes und krauses Franzschbrod, sehr fett und blätterich“ gehörte, nach dem Rezept „vom franzschen Bäcker in Altona“. Ob sich hinter diesem Altonaer ein Franzose verbarg (der vielleicht mit Napoleon gekommen und einfach an der Elbe geblieben war) oder der Bäcker, der das Franzbrötchen erfunden hatte, ist  unklar. Aber so gesehen wäre das Gebäck streng genommen  keine Hamburgische Erfindung – Altona lag damals nämlich noch vor den Toren der Hansestadt und gehörte nach Kopenhagen als zweitgrößte Stadt zu Dänemark.   

Drittens

Kein Scherz! Es gibt sogar einen Franzbrötchen-Krimi. Geschrieben hat ihn Sören Ingwersen und er trägt den großartigen Titel: „Der Fremde im Backtrog“.  Schauplatz ist – na, klar – die Franzosenzeit, und zwar der eiskalte Winter des Jahres 1815 … Mehr hier.

Das HAmburger Franzbrötchen: am Fischmarkt inszeniert von Frau Elbville

Viertens

In der B-Lage, einem „Collective Design und Pop-up Store“ in der Sternschanze, gibt es übrigens tolle Franzbrötchen-T-shirts, HoodiesStoffaufnäher und Anstecker (von denen ich  natürlich gleich einen kaufen musste…   

Das Hamburger Franzbrötchen im Elbtunnel von St. Pauli : Ein Genuss, findet Frau Elbville aka Susanne Krieg

Fünftens

Der wohl wichtigste Wettbewerb Hamburgs? Kürt das beste Franzbrötchen der Stadt. Er findet alljährlich im Museum für Hamburgische Geschichte statt und fast jeder Besucher kann an diesem Tag Juror werden. Es wird live gebacken und die Hamburger Bäckerinnung erklärt, worauf es beim Herstellen von Franzbrötchen ankommt. Noch dazu werden Neuigkeiten aus der Franzbrötchen-Forschung verkündet. Wer dieses Jahr gewonnen hat, erfahrt Ihr hier.

Sechstens

Wer sich gerade auf St. Pauli oder in St. Georg herum treibt, der sollte mal bei Luicella’s vorbei schauen, denn in diesen wirklich großartigen Eisdielen kommen nicht nur ungewöhnliche Eissorten wie Karamell-Salz oder Avocado-Himbeer, sondern hin und wieder auch Franzbrötchen-Eis ins Hörnchen.

Franzbrötchen und SPeicherstadt: das ist für Frau ELbville aka Susanne Krieg große Liebe

Siebtens

Für mich persönlich backt ja die Schanzenbäckerei die besten Franzbrötchen. Die allerleckersten bekommt man dabei in einer Filiale am Nikolaifleet – wobei ich mich immer frage, ob es nicht auch ein bisschen das Lokalkolorit vor Ort (siehe Bild) ist, das mich zu dieser Entscheidung treibt… Ihr kennt ja sicher den Effekt aus dem Urlaub: Wenn man vor entsprechender Kulisse einen bestimmten Wein trinkt, schmeckt der auch immer viel besser als zu Hause.

Am Nikolaifleet gibt es die besten Franzbrötchen von Hamburg!

Achtens

Und für alle, die sich nun selbst daran machen möchten, Franzbrötchen zu backen, für die gibt es hier eine Anleitung:



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.