St. Pauli Kiez Geheimsprache Der Luden, Prostituierten Und Barbesitzer

Von Dibberalmas, Miefkörben und Schmiermicheln: Die Geheimsprache von St. Pauli

 Ein paar alte Kiezbewohner sollen sie noch beherrschen: die Geheimsprache der Zuhälter, Prostituierten, Türsteher und Barbesitzer. Heute ist sie ein Stück vergessene Kiezkultur. Und auch ich hätte wohl nie von ihr erfahren, wäre mir nicht vor Kurzem in der Bücherhalle das Werk eines Geheimsprachenforschers in die Hände gefallen. „Hamburgs Nachtjargon“ heißt das Buch von Klaus Siewert, der darin Begriffe und Redewendungen dokumentiert, die er in Gesprächen mit alten Kiezlegenden gesammelt hat. Schon mal was von „Flotten Ottos“, „Säufersonnen“ oder „Klüsen“ gehört?  Diese manchmal krasse, manchmal extrem lustige Sprache darf bitte nicht aussterben! Hier nun einige meiner Lieblingswörter aus dem Rotlichtmilieu, die ich bei Gelegenheit künftig etwas mehr in meinen aktiven Wortschatz einbauen werde … 

TEXT & FOTOS: SUSANNE KRIEG

A

Abreißkalender  Bündel Geldscheine mit Banderole

(Hamburger) Acht  Handschellen

AOK-Chopper  Rollstuhl

Asphaltbeleidiger  hässliche Schuhe

Astronauten  Aufputschtabletten, Preludin, Pervitin

Kiez-Jargon oder Kiezsprache bzw. Geheimsprache: Große Freiheit, Susis Show Bar

B

Bambule  Zoff, Streit (mir zwar auch vorher schon bekannt, nur wußte ich nicht, dass das Wort seinen Ursprung auf dem Kiez hat…)

Barackenelvis  jem. aus assozialen Verhältnissen

(toffter) Berber  (hübsches) Mädchen

Bombe  Pott Kaffee

Brotklappe  Mund

C

Chikagoschreibmaschine  Maschinen-Pistole

D

Dänisch  Stoß mit dem Kopf gegen die Nasenwurzel des Gegners

Dibberalma  Frau, die zu viel redet

Dibberkasten  Telefon

E

Eierkocher  Hut

Elbkähne  große Schuhe

Eßzimmermonteur  Zahnarzt

F

Fettqualle  dicker Mensch

Flotter Otto  Durchfall

Flimmerlolly  Hamburger Fernsehturm

Fleischkiste  Sarg

Freßluke  Mund

G

Giftnudel  Zigarette

Genickschußbar  Spitzname für die Kneipe „Zum Silbersack“

Gurkengustav  Schimpfname

H

Hammer toff!  Alles klar!

Hawaiimücken  Filzläuse

K

Kastrierte  Filterzigarette

Keule  Flasche Sekt

Klüsen  Augen

L

Ludewig  Zuhälter

M

Miefkorb  Bett

Möbelpolitur  Schlechter Whisky

N

Nassauer  Einer, der nur auf Kosten anderer mittrinkt

Nickmann machen  schlafen

Nuttentüv  Gesundheitsamt

O

ölen  betrügen

P

Panzerplatten  altes Brot

Patient  Freier

platten  regnen

Ponny  Pikkolo

Protestonkel  Streitsüchtiger

Putzbütel  Friseur

St. Pauli Kiez Geheimsprache der Luden, Prostituierten und Barbesitzer

S

Säufersonne  Vollmond

Sahnemichel  sympathischer Mensch

Schalltüten  Ohren

Schmiermichel  Polizist

Schwalben aus dem Norden  Schlag mit der Handfläche ins Gesicht

Schwalben aus dem Süden  Schlag mit dem Handrücken ins Gesicht

Steak  Trinkgeld

Suppenmolly  Glückspilz

T

toffte  alles klar

W

warschauen  Tipp geben (maritim: Wahrschauer = Ausguck)

Weltumsegler  Hering

Z

Zwiebel  Uhr

  • Mehr zum Buch über Hamburgs Geheimsprache auf St. Pauli findest Du hier.
  • Vielleicht interessiert Dich auch mein Blogpost über legendäre Kiez-Kneipen, die Du unbedingt mal besuchen solltest? Dann bitte hier entlang!
  • Und wenn Du echter Kiez-Fan bist und noch dazu gern auf Foto-Safari gehst, empfehle ich Dir die Elbville Foto-Tour „St. Pauli am Tag“, die Du Dir hier auf Dein Smartphone laden kannst!