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Mit Diesen Weihnachtlichen Fakten über Hamburg Kann Man Am Glühwein-Stand Glänzen!

Mit diesen weihnachtlichen Fakten über Hamburg kann man am Glühwein-Stand glänzen!

Ich behaupte ja gern, der Weihnachtsmann wohne eigentlich in Hamburg in einem der Kapitänshäuser am Elbstrand, ist in Wirklichkeit ein alter Seebär und fährt die Geschenke mit dem Containerschiff in die Welt hinaus statt mit dem Schlitten… Aber jetzt mal im Ernst: Es gibt ein paar erstaunliche Dinge über Hamburg und Weihnachten zu erzählen, die bestimmt nicht jeder weiß…
TEXT & FOTOS: Susanne Krieg 

1. Der Adventskranz kommt aus Hamburg

Nicht nur Schnuller, Schwimmflügel, Nivea und Tesa wurden in Hamburg erfunden – auch der Adventskranz! Er ist die „zündende“ Idee eines Pfarrers namens Johann Hinrich Wichern, der im 19. Jahrhundert das „Rauhe Haus“, ein Kinderheim, leitete. Weil ihn die Waisen ständig löcherten, wann denn nun endlich Weihnachten sei, befestigte Wichern kurzum 1839 für jeden noch verbleibenden Tag bis Weihnachten eine Kerze auf einem Kutschenrad und hängte es im Betsaal auf. Vier dicke weiße Lichter markierten jeweils die Adventssonntage. Das Fragen hatte ein Ende. Toller Nebeneffekt: Wicherns Waisen wurden plötzlich richtig gut im Zählen! 

PS: Das obige Foto ist im Treppenhaus des Esplanadebaus (Esplanade 8) entsanden!


2. Das liebste Weihnachtsgericht der Hamburger

… war lange Zeit nicht etwa die Gans, die sich erst nach dem 1. Weltkrieg als Festmenü durchsetzte. Es war der Karpfen. In einem Hamburger Kochbuch von 1798 bezeugen immerhin 12 Rezepte, wie die Hamburger ihn zubereiteten:

  • als Karpfen blau
  • in Bier
  • braun mit Mousserons (Pilzen)
  • als Miroton vom Karpfen
  • in der Kasserolle mit Teig
  • en Hachis
  • schwarz gestopft
  • schwarz mit welschen Nüssen
  • mit Zwiebeln
  • mit Ingwer
  • mit Muscheln
  • mariniert

Das obige Bild zeigt zwar keinen Karpfen, dafür die wunderschönen, denkmalgeschützten Kacheln im „Cölln’s“, das im 18. Jahrhundert als Deutschlands erste Austernstube in Hamburg eröffnete und heute eine Zweigstelle des Feinkosthändlers Mutterland ist.


3. Und noch ein Dauerbrenner, der aus Hamburg kommt…

Ja, auch die Wunderkerze ist ein Kind aus Hamburg. 1906 ließ sich Franz Jacob Welter unter der Aktennummer 195340, Klasse 78d, Gruppe 1, ein „Verfahren zur Herstellung eines Funken sprühenden Leuchtstabes“ patentieren, der als Alternative  zu den „üblichen Lichtern“ am Weihnachtsbaum dienen sollte.  Hierfür gründete er eigens die „Vereinigte Wunderkerzen-Fabriken GmbH“. Dank der Handelskammer ist das Dokument bis heute in hervorragendem Zustand erhalten geblieben. 


4. Was der Roncalli-Zirkus mit dem Weihnachtsmarkt vor Hamburgs Rathaus zu tun hat

Kunst statt Kommerz, Punsch statt Pansch, alte Marktstände und echte Tannenbäume statt Plastikplanen, Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge, Lebküchler aus Nürnberg, Keramiker aus der Lausitz… Das ist heute der wohl bekannteste Weihnachtsmarkt von Hamburg. Das Konzept geht auf Bernhard Paul zurück, den Gründer des Zirkus Roncalli. Er entwarf den Markt im Jahr 2000 im Auftrag der Stadt. Nun wird er jährlich von drei Millionen Menschen besucht. Dieses Jahr müssen sie wegen einer Baustelle ausnahmsweise auf den „fliegenden Weihnachtsmann“ verzichten, der in Form des Hochseilartisten Rambo Bügler mehrmals täglich mit dem Schlitten über den Markt fliegt. Nach wie vor zu bestaunen: Das strahlend erleuchtete Tor zur Welt, durch das man in die Welt des Budenzaubers tritt.

Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz / Mo – Do 11:00 – 21:00; Fr – So 11:00 – 22:00 / Google Maps


Hamburgs Local Food: Kemm'sche Kuchen Deichstraße

5. Hamburg hat einen eigenen Weihnachtskeks

Seit fast 240 Jahren essen die Hamburger Kemm’sche Kuchen: zum Tee, auf Brötchen, in Süßspeisen, ja, sogar in Bratensoßen. Man kann auch wunderbar kleine Lebkuchenhäuser mit ihnen bauen. Sie schmecken nelkig und zimtig, ein bisschen wie Spekulatius und Lebkuchen. Auch darum eignen sie sich besonders gut als Weihnachtskekse, selbst wenn man sie in Hamburg das ganze Jahr über kaufen kann und früher sogar im Krankenhaus als Magenbrot serviert worden sind. Jedes Jahr in der Adventszeit kaufe ich mir die „Special Edition“ – Box: eine blaue Nostalgiedose,  deren Inhalt dann bis ins neue Jahr reicht. 


6. Wie Hamburg zu Weihnachten die Seeleute auf den Meeren grüßt

„Gruß an Bord“ heißt die Sendung, die seit 1953 um 20:05 Uhr an Heiligabend auf NDR Info ausgestrahlt wird und die Seeleute auf Schiffen in aller Welt grüßt. Alles beginnt mit dem Dampfertuten aus dem Hamburger Hafen. Und dann schicken die Seeleute schicken Grüße nach Hause, die Familien wünschen ihren Angehörigen auf See oder in fernen Häfen ein frohes Fest. Damit die Schiffe auf den Weltmeeren diese echte Hamburger Traditionssendung auch empfangen können, mietet der NDR eigens für Heiligabend zusätzliche Kurzwellen-Frequenzen für die Übertragung an. Da wird einem doch wirklich warm ums Herz! 


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7. Nach Weihnachten wird die Alstertanne zu Kitamöbeln

Seit über 20 Jahren leuchtet eine Weihnachtsbaum mit über 1.000 Glühbirnen über die Binnenalster bis zum Jungfernstieg. Er ist um die 15 Meter hoch und wird mit einem Schwertransporter zur Binnenalster transportiert, wo er mithilfe eines Krans geschmückt wird. Nach Weihnachten wird die Alstertanne traditionell zu einem Tisch und zwei Bänken verarbeitet und einem Hamburger Kindergarten geschenkt.


8. Wie der DOM an Weihnachten zu seinem Namen kam

Der DOM auf dem Heiligengeistfeld, Norddeutschlands größter Jahrmarkt, hat seine Wurzeln im 11. Jahrhundert. Händler, Schausteller, Quacksalber und Gaukler suchten damals im Hamburger Mariendom Schutz vor Wind und Wetter – allerdings am Speersort, wo einst die Domkirche stand, bevor sie 1804 abgerissen wurde. 1893 wurde den Schaustellern ein neuer Platz auf dem Heiligengeistfeld angeboten – obwohl dort kein Dom stand, trug der Jahrmarkt fortan den Namen eines Gotteshauses. Anfangs gab es nur einen Winterdom. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde auch ein Sommerdom (Hummelfest) und ein Frühjahrsdom (Frühlingsfest) erfunden.

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