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Himmlische Vergnügungen: Von Planeten, Pralinen, Pappraketen und Kaffeekränzchen auf Kirchtürmen

Die 14. Elbville-Postkarte wagt sich hoch hinaus – mit himmlischen Vergnügungen, die Euch mitten in Hamburg ins All, in eine charmante Bäckerei, eine Spacelandschaft aus Pappe und zum Kaffeekränzchen in den Kirchturm entführen. Und bei allem könnt Ihr trotzdem auf dem Boden bleiben. Wie immer dürft Ihr Euch am Ende des Beitrags die neue Postkarte herunterladen!

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FOTOS & TEXT Frau Elbville alias Susanne Krieg


1. Himmlischer 360°-Rundgang: Hamburgs Fenster zum All

Im Hamburger Planetarium kann man überirdisch gut auf Entdeckungsreise gehen. Neben der Erde und ihrem Platz im Kosmos stehen auch Konzerte, Theater, Lesungen, Hörspiele und vieles mehr auf dem Program. Hamburgs Planetarium  ist dabei das erste Sternentheater weltweit, in dem ein immersives 3D-Bild mit 3D-Sound verschmilzt. Dank dieser anschaulichen Technik habe ich z.B. endlich verstanden, wie man sich Schwarze Löcher vorzustellen hat (und ich war in Physik immer eine Niete…). Auch ein Blick von der Aussichtsplattform des Planetarium hoch über dem Stadtpark lohnt sich: Bei gutem Wetter blickt man bis zum Fernsehturm und zur Elbphilharmonie. Der Aufstieg auf das Dach ist für Veranstaltungsbesucher dabei kostenlos. Alle anderen zahlen zwei, ermäßigt einen Euro. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Panorama:

Öffnungszeiten: Di 9-18 Uhr, Mi und Do 9-20 Uhr, Fr 13-22 Uhr, Sa 12-22 Uhr, So 10-19 Uhr, planetarium-hamburg.de

2. Die Hmm…himmlischen von Rönnfeld

Bei Rönnfeld auf St. Pauli wird noch nach alter Schule geknetet und gebacken. Seit 1958 gibt es den Familienbetrieb und weil er in meiner Nachbarschaft ist, trifft man mich dort oft. Ich bin nämlich süchtig nach den Rönnfelder Hanseaten. Auch super: die handgemachten Pralinen. Eine Sorte nennt sich passender Weise „Himmlische“ – und was soll ich sagen? Der Name ist Programm. Wer die alte Kiez-Bäckerei besucht, wähnt sich im Schokoladenhimmel.

– Konditorei Holger Rönnfeld, Hein-Hoyer-Straße 52 (Google Maps)

3. Tom Sachs: „Rare Earths“ (Deichtorhallen)

Skulpturen aus Sperrholz, Pappe und Heißkleber: Mit viel Liebe zum Detail hat der Künstler Tom Sachs mit seinem Team die Welt der Raumfahrt nachgebaut. Am Eingang begrüßt mich ein Astronaut, der zum fiktiven Asteroiden Vesta fliegen wird. Daneben steht ein umgebautes 70er-Jahre-Wohnmobil mit einer mobilen Quarantäneeinrichtung, die die Erde und Vesta vor einer möglichen Übertragung fremder Mikroben schützen soll: Das Innere der Hamburger Deichtorhallen besteht derzeit aus einer interaktiven Space-Landschaft, die einem Wes-Anderson-Film zu entspringen scheint.

Für seine skurrilen Installationen muss sich Tom Sachs Jahre auf Flohmärkten herum getrieben haben, denkt man schmunzelnd – doch erst, wenn man seine Gebilde aus der Nähe betrachtet. Von Weitem sieht das Weltraum-Setting täuschend echt aus – nicht nur ich, sogar die NASA soll begeistert sein. Anschauen und bestaunen könnt Ihr die 3000 Quadratmeter Spacelandschaft noch bis zum 10. April 2022. Beam me up, Scotty!

Tom Sachs „Rare Earths“, Deichtorhallen, Deichtorstraße 1 / Website / Google Maps

4.  Kaffeekränzchen im Turm

Den besten Ausblick zu  Kaffee und Kuchen? Gibt’s in der St. Jacobi-Hauptkirche an der Mönckebergstraße – auf den Rathausmarkt. An jedem ersten Sonnabend im Monat ist das „Café mit Turm und Aussicht“ von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Gestartet wird das Kaffeekränzchen jedes Mal mit einem Grußwort und einem Orgelkonzert. Nette Damen verkaufen im Südschiff Getränke und Kuchen, die man dann in 84 Metern Höhe mit Blick über die Dächer der Stadt genießen kann. Der Erlös geht an soziale Einrichtungen. Wegen der Pandemie fand das Turmcafé leider lange nicht statt. Doch hoffentlich wird diese nette Tradition bald wieder aufgenommen.

Jakobikirchhof 22 / Website / Google Maps

5. Gespräch mit dem Turmtüter

Und noch ein Tipp, der sich um einen Kirchturm dreht: Jeden Tag um 10 Uhr erklingt unter der Kirchturmuhr des Michels die Trompete des „Turmtüters“ in alle vier Himmelsrichtungen. Ein Brauch, der während der Reformation in Hamburg eingeführt wurde und bis zur Aufhebung der Torsperre 1861 das Zeichen für die Öffnung der Stadttore war. Auch wenn es keine Stadttore mehr gibt, die Tradition ist geblieben. Aufrechterhalten wird sie durch das Amt des „Michel-Türmers“, wie der Turmtüter offiziell gennant wird. Horst Huhn ist seit 1992 Michel-Türmer und leitet auch das St. Michaelis Blechbläser-Ensemble. Die Hamburger Stadtführerin Maike Brunk hat in ihrem Podcast ein Interview mit ihm geführt – Hörempfehlung!

Wer Horst Huhn bei der Ausführung seines Amtes zuschauen möchte, kann sich außerdem dieses YouTube-Video anschauen:

6. Höfe mit Ausblick

Eine letzte Empfehlung: Wenn Ihr in Hamburg unterwegs seid, einfach öfter mal nach oben gucken. Manchmal genießt man gerade aus der Froschperspektive die schönsten Ausblicke:

Nummer 1 zeigt das Motiv der aktuellen Postkarte, vorgefunden im Innenhof des Chilehauses, inmitten des Kontorhausviertels (Google Maps).

Nummer 2 zeigt einen Hinterhof am Pickhuben in der Speicherstadt (Google Maps).

Nummer 3 zeigt den Blick nach oben, wenn man durch die Knochenhauertwiete am Versandhaus läuft (Google Maps).

Die neue Postkarte könnt Ihr Euch wie immer hier herunterladen:

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